Archive for the ‘Pressefreiheit’ Category

Heute schon GEkoZt?
Dezember 10, 2009

GEZ Abmeldung Hinweis

Diesen freundlichen Hinweis sieht man als erstes, wenn man auf der Homepage der GEZ nach einer Abmeldung umsieht. Beängstigend, nicht wahr?

Ist das nicht vielleicht sogar Erpressung?

Wer das liest soll doch Angst kriegen. Ganz klare Absicht.

Es geht mal wieder um die Erhöhung der GEZ-Gebühr auf 18€ für Handy und Computer – so die aktuellste Idee der GEZ, Geld in die Hütte zu kriegen.

(mehr …)

getwitter #IranElection
Juni 15, 2009

Der eigentlich so zensorisch theokratische Iran hat wohl Twitter nicht im Griff. Sehr gut! 😉

Via http://search.twitter.com/search?q=%23IranElection kann man Meldungen aus aller Welt verfolgen. Sehr spannend!

Berichterstattung & HIV
April 15, 2009

boygroup

Oder aus dem Bereich Girlgroup, hier Lucy der No Angels:

lgakc lgakckl

Die Meldungen überschlagen sich derzeit. Ihr Eintrag bei Wikipedia wurde vorerst gesperrt…

editwar

…und nun ballert es eine

Einstweilige Verfügung gegen BILD im Fall Nadja Benaissa [Link]

…oder anders ausgedrückt…

Landgericht verbietet "Bild-Zeitung" Berichterstattung über "No Angels"-Fall [Link]

Aber die große Zeitung mit den 4 Buchstaben wäre nicht sie selbst, wenn sie ungeachtet einfach weiter machen würde. Hier ein Screenshot, von 16:23 Uhr.

bildnb

Sowas kann nur Bild…

…unter Androhung von Ordnungsgeld bis zu 250.000,00 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, untersagt, weiter über ein "gegen die Antragstellerin eingeleitetes Ermittlungsverfahren wegen schwerer Körperverletzung und/oder den Gegenstand der Untersuchungshaft zu berichten." 

Vielleicht sollte man die Summe des Ordnungsgeldes überdenken. Gewisse Presseschlachtschiffe interessieren sich nicht wirklich für 250.000 €, so scheint es zumindest.

Statistiken & Todesstrafe
März 24, 2009

Amnesty International hat die Zahlen der Hinrichtungen 2008 veröffentlicht. Und die Medien schlagen – erwartungsgemäß – auf China:

btodesstrafe

nettodesstrafe

stodesstrafe

Ich habe mir die Zahlen der “Top3” der Liste mal angesehen und ein wenig gerechnet. Danach müsste das mediale Echo differenzierender sein.

Aber zunächst die blanken Zahlen, nach Amnesty International:

  1. China: mindestens 1718 Hinrichtungen*
  2. Iran: mindestens 346 Hinrichtungen*
  3. Saudi Arabien: mindestens 102 Hinrichtungen*

*mindestens bedeutet, dass die genannte Zahl validiert ist, es aber mindestens eine oder mehr Hinrichtungen in nicht näher bekannter Zahl gegeben hat.

Die Zahlen sind hoch. Allerdings blenden sie vollkommen die Bevölkerungsgröße des jeweiligen Landes aus.

  1. China: 1.338.612.968 (in 07/2009 erwartet)*
  2. Iran: 66.429.284 (in 07/2009 erwartet)*
  3. Saudi Arabien: 28.686.633 (in 07/2009 erwartet)*

* Zahlen entnommen aus dem CIA World Factbook.

Wenn man nun Prozentrechnung betreibt gelangt man an folgende Werte:

  1. China: 0,000128 %
  2. Iran: 0,000521 %
  3. Saudi Arabien: 0,000356 %

Oder via Diagramm, die Anzahl der Hinrichtungen im prozentualen Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl:

Als vernünftig denkender Mensch kann man nur gegen die Todesstrafe sein. Allerdings sollte man auch als vernünftig denkender Mensch gegen wenig differenzierende Berichterstattung sein. Ich bin mir natürlich bewusst, dass hinsichtlich des Themas Todesstrafe mit Statistiken zu argumentieren durchaus grenzwertig ist. Jede Hinrichtung ist meiner Meinung nach eine zu viel.

Moralisten, die nun sagen, China, Iran und Saudi Arabien, all diese Länder seien ja weit weit weg, und wir in Europa haben den Humanismus und Menschenwürde erfunden, seien darauf hingewiesen, das Weißrussland, geografisch in Osteuropa gelegen, und somit unser Nachbar, ebenfalls 4 Todesurteile in 2008 vollstreckt hat.

Zum Abschluss, aus Wikipedia:

800px-Todesstrafe2

Blau: Todesstrafe ohne Ausnahme abgeschafft.
Hellblau: Todesstrafe im Kriegsrecht.
Khaki: Seit mindestens 10 Jahren keine Anwendung.
Orange: Anwendung nur gegen Erwachsene.
Rot: Anwendung auch gegen Jugendliche.

72 Jungfrauen – Reloaded
März 2, 2009

So endet das zweite Video… Er hat es wieder getan. Bekkay Harrach, der deutschsprachige Al Quaida Terrorist, der uns schon vor einem Monat versprochen hat, seinem seit 1993 bestehenden Wunsch endlich nachzukommen und sich für Allah in die Luft zu sprengen, hat seinem ersten Video nun einen drauf gesetzt.

Und es ist auch bei Youtube zu finden. In 5 Teilen, zu je ca. 10 Minuten.

Mir hat ja persönlich das erste Video besser gefallen. Denn mehr, als man auf diesem Screenshot sieht, passiert in dem “Reloaded” Video nicht. Der Hintergrund ist animiert, in den Untertiteln läuft der deutsche Text offensichtlich synchron.

Da war der gute Bekkay doch einfallsreicher im ersten Teil. Da gab es mehr fürs Auge. Hier ein kleiner Ausschnitt, in Bildern, und ich hoffe sehr, dass ich jetzt nicht von Al Quaida wegen Urheberrechtsverstoßes abgemahnt werde.

Im dritten Abschnitt des zweiten Videos erklärt uns Abu Blabla, wie er so schön hier bezeichnet wurde,  dann groß und breit das Zinsverbotsystem des Korans, mit einigen, wenn auch bestimmt nicht abschließenden Beispielen, und schließt mit dem Satz:

Und nur so kann das ganze Leben funktionieren: Ordnung und Vernunft.

Ordnung und Vernunft. Ist das auch der Maßstab, an dem sich die Moslems messen lassen müssen, die während des Ramadans (dem Fastenmonat, in dem man bekanntermaßen als gläubiger Moselm nur Essen darf, wenn die Sonne nicht scheint) an die Orte der Erde fahren, wo die Tage extrem kurz und die Nächte dementsprechend länger sind?

Derweil ich diesen Artikel tippe lasse ich mich zeitgleich von dem Reloaded-Video inspirieren – was zugegebenermaßen schwierig ist. Denn ich raffe es nicht. Dieses debile Geschwafel ist wirklich nichts für mich.

Ungern verweise ich auf die Bildzeitung, aber ich tue es trotzdem.

Internet-Terrorist Bekkay Harrach ist bin Ladens deutscher Terrorist - Bild.de_1236020778347

Besser hat mir aber das folgende Bild gefallen – was mich übrigens nach etwa 80 Minuten Bekkay pur (Teil 1 und Teil 2) nicht im geringsten überrascht.

Internet-Terrorist Bekkay Harrach ist bin Ladens deutscher Terrorist - Bild.de_1236020755652 

Und weil es so schön war, als Schlusswort erneut, mit freundlichen Grüßen in die Steinwüste zwischen Pakistan und Afghanistan:

Der web2.0-Präsident – zum Zweiten
Januar 21, 2009

Ich habe schon über die Nutzung des Internets durch Barak Obama berichtet. Und seit heute, genau einen Tag nach Amtseinführung, geht es weiter. Das Weiße Haus bloggt seit heute.

Tuesday, January 20th, 2009 at 12:01 pm
Change has come to WhiteHouse.gov
Welcome to the new WhiteHouse.gov. I’m Macon Phillips, the Director of New Media for the White House and one of the people who will be contributing to the blog.

A short time ago, Barack Obama was sworn in as the 44th president of the United States and his new administration officially came to life. One of the first changes is the White House’s new website, which will serve as a place for the President and his administration to connect with the rest of the nation and the world.

Millions of Americans have powered President Obama’s journey to the White House, many taking advantage of the internet to play a role in shaping our country’s future. WhiteHouse.gov is just the beginning of the new administration’s efforts to expand and deepen this online engagement.

Just like your new government, WhiteHouse.gov and the rest of the Administration’s online programs will put citizens first. Our initial new media efforts will center around three priorities: [mehr]

Jetzt bleibt nur die Frage, ob Michelle Obama oder die beiden Töchter auch ihre eigenen Blogs kriegen, und – und das ist viel wichtiger – ob Kommentare und Trackbacks in der Zukunft zugelassen werden. Das könnte spannend werden.

Aber im Grunde genommen ist dies nicht die Neuerfindung des Rades. Angela Merkel hat schließlich auch schon eine ganze Weile ihren Podcast.

Jedenfalls ist der RSS-Feed vom Weißen Haus schon in meinem HTC-Touch-3G-Feedreader eingerichtet. Bin gespannt was dort alles so mitgeteilt werden wird.

Bild Dir Deine Meinung!
November 3, 2008

Die Nacht vor der US-Wahl. Obama vs. McCain. Und Bild titelt wie folgt:

bild

Genau! Die Kapuzenjungs gab es ja auch noch. Wie war das noch gleich, womit waren die in der letzten Zeit so in den Schlagzeilen? Ein Blick auf news.google.de:

Google News- ku klux klan_1225742626703

Eine tolle Meldung! Ganz großes Tennis, liebe Bild-Zeitung. Ungefähr auf dem Niveau, wie seinerzeit die Al-Quaida-Tipps a la Flugzeug ins Atomkraftwerk fliegen. Und weitere, schlaue Meldungen, die bei http://www.bildblog.de/ dankenswerterweise aufgearbeitet werden.

Auch wenn folgende Grafik hoffen läßt….723px-Bild_Verkaufte_Auflage.svg.png (PNG-Grafik, 723x578 Pixel)_1225743418035

…sind es immer noch zu viele.

Aber es bleibt selbst bei dieser Meldung eine gute Sache zu vermelden:

Die wenigsten Bild-Leser haben Stimmrecht in den USA.

Wobei selbst Mickey Mouse und Donald Duck für die Wahl offiziell registriert sind.

Wie war das noch gleich mit „armes Deutschland“? 

Pressefreiheit 2008
Oktober 23, 2008

Die Reporter ohne Grenzen (ROG) haben die Rangliste der Pressefreiheit 2008 nebst Erläuterungen veröffentlicht.

Einflussreiche Länder auf den ersten Plätzen. Beeindruckend.pressefreiheit2008top20

Als Erklärung zu den Erstplatzierten:

Allen Staaten in dieser Gruppe gemeinsam ist ein demokratisches, parlamentarisches Regierungssystem, außerdem sind sie nicht in einen Krieg verwickelt.

Also ist es eigentlich doch ganz einfach aufs Treppchen zu kommen. Aber Deutschland so weit abgeschlagen? Dabei haben wir doch in Artikel 5 Absatz 1 Grundgesetz folgendes stehen:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

So müßte Deutschland doch eigentlich eine ganze Ecke höher stehen, oder? Aber dazu gibt es auch in den Erklärungen nähere Erläuterungen. Sehr aufschlussreich:

In Deutschland (20. Platz) gab es Punktabzug für Regelungen, die den Quellenschutz gefährden. Vorratsdatenspeicherung, der Entwurf eines neuen BKA-Gesetzes sowie die Überwachung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst spielten eine Rolle. Gewalttätige Übergriffe auf Journalisten durch Rechtsextremisten, der verbesserungswürdige Zugang zu öffentlichen Informationen sowie der Druck von Anzeigenkunden auf Redaktionen führten ebenfalls zu negativen Wertungen.

Da sieht man mal, wie biegsam doch das Grundgesetz im Auge des Gesetzgebers ist. Alles natürlich NUR zu unser aller Sicherheit. Natürlich. Und wem seine Schuld ist isset? TAZ.de weiß mehr:

Schuld ist Schäuble. Unter anderen jedenfalls. Punktabzüge, so ROG in seinem Bericht, habe es wegen der Vorratsdatenspeicherung gegeben, wegen der Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst und aufgrund gewalttätiger Übergriffe auf Journalisten durch Rechtsextreme.

Nun gibt es kritische Stimmen zu ROG, die, sich auf Wikipedia berufend, die Unabhängigkeit von ROG anzweifeln.

Nach Recherchen der WDR-Journalisten Elke Groß und Ekkehard Sieker wird ROG u.a. von dem US-Multimilliardär George Soros finanziert, der bereits die polnische Gewerkschaft Solidarność mit Millionen US-Dollar unterstützte, sowie von National Endowment for Democracy, die ihrerseits ihre Gelder zu über 90 Prozent aus dem US-Staatshaushalt bezieht und dem US-Außenministerium untersteht.

Aber USA-freundlich wird die Rangliste dadurch nicht.

Die USA (…) wurden zweimal gelistet: für das Land selber und das Vorgehen im Irak bzw. in den palästinensischen Gebieten

pressefreiheit2008_usa 

sowie

 pressefreiheit2008_usa_2

Nicht uninteressant ist, welche Länder die Schlusslichter bilden.

pressefreiheit2008_schlussl

Dazu erläuternd:

Am Schluss der Rangliste stehen verdeckte oder offensichtliche Diktaturen. Dissidenten und reformorientierten Journalisten gelingt es dort dennoch immer wieder, Zensur zu umgehen. Im Jahr der Olympischen Spiele gab es in China (167.) zwar viele Verhaftungen von Dissidenten und Journalisten wie Hu Jia. Aber dennoch konnten liberalere Medien auch ihre Handlungsspielräume etwas zu erweitern. Journalisten in Peking, Shanghai, im Iran (166.), Usbekistan (162.) oder Simbabwe (151.) tragen weiterhin hohe Risiken. Ihr Beruf ist mit vielen Frustrationen sowie Schikanen durch Justiz und Polizei verbunden. in Burma (170.) gelten Journalisten, auch ausländische, seit Jahren als Feinde des herrschenden Regimes und werden entsprechend verfolgt.

Hoffen wir einfach, dass es besser wird, irgendwie – irgendwann.