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Nazis auf dem Vormarsch?
Dezember 17, 2008

So titelten heute in Anbetracht des Anschlags auf den Passauer Polizeipräsidenten einige Online-Zeitungen.

Also mal schwupps im Internet gesucht, und vor allem was so genannte „Hitler von Köln“, Axel Reitz, eigenen Angaben nach arbeits – aber nicht beschäftigungslos – so treibt.

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Und da schreibt Wikipedia:

Im April 2008 wurde Axel Reitz wegen „guter Führung“ rund ein Jahr vor Ende der Haftdauer aus der JVA entlassen.

Was dieser Rechtsstaat so alles ermöglicht. Wobei das Rechts- in dem Begriff Rechtsstaat de jure gemeint ist und keineswegs politisch.

Nunja, gegoogelt, und schon landete ich auf einer Seite, die sich mit dem Thema „Alliiertem Bombenterror in Siegen“ (Bombenangriff auf Siegen am 16.12.1944) und dazu abgehaltenen Demonstration der EnPeDe beschäftigt.

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Und ich denke, ich sehe nicht richtig. Locker flockig macht dieses Magazin Werbung für die EnPeDe.

Besonders spaßig an dem Artikel, den ich hier nicht verlinken werde, fand ich diesen Satz:

Mit mehr als 100 Teilnehmern ist die Gedenkveranstaltung als großer Erfolg für eine Demonstration an einem Wochentag zu verzeichnen.

Na was denn? Liebe EnPeDe, nicht mehr Arbeitslose gefunden?

Naja, kommen wir zurück zum beschäftigten Arbeitslosen. In dem Wikipedia-Artikel gibt es ein Bild, was mir besonders gut gefällt. Ich meine klar, jeder mag seine Meinung vertreten. Jeder wie er mag. Das ist der Nachteil der durch Demokratie gewährleisteten Meinungsfreiheit. Sowas hat uns auch Petra Pau eingebracht. Oder Jenny Elvers, die sich – wenn auch nicht ungefragt – zu Theme äußert, die ihren blondierten Horizont überschreiten. Das ist eben der Nebeneffekt.

Vor diesem Hintergrund der Meinungsfreiheit, die wirklich jedem zugestanden wird in diesem Rechtsstaat, gefällt mir folgendes Bild besonders gut. Was zeigt es uns?

Ganz links (wobei das rein örtlich gemeint ist und nicht politisch) einen offensichtlichen Altnazi. Ganz rechts (womöglich auch politisch deutbar) einen der oben genannten 100 beschäftigten Arbeitslosesen (denn gerissene Jeans sind seit 1994 außer Mode), und mittig (wiederum nicht politisch gesehen) das arbeits- aber nicht beschäftigungslose Knäblein, dessen Friseur verhauen gehört.

Um dem ganzen den letzten Pfiff zu nehmen: Auf dem Banner im Hintergrund steht ganz offensichtlich
Multi-Kulti – Nicht mit Uns! Europa Erwache!„.

Selten so gelacht! Manche Leute muss man einfach machen lassen. Denn es gibt keinen besseren Weg sich über sie zu amüsieren. Hier also eine kurze Auswertung der Aussage dieser geistigen Nichtschwimmer:

  • „Kulti“  soll adaptiert sein vom lateinischen Begriff „cultura“ und bedeutet soviel wie „Bearbeitung“, „Veredlung, „Anbau“, „Bebauung“, „Pflege“. Richtig? Richtig!
  • „Multi“ kommt vom lateinischen „multus“ und heißt „Viele“.  Richtig? Richtig!
  • Europa ist ein Vielvölkerbund. Richtig? Richtig!

Europa, der Vielvölkerbund, soll also erwachen. Dieser Multi-Kulti-Völkerbund soll sich, wenn es nach Euch arbeits- aber nicht beschäftigungslosen Baumschulabbrechern gehen sollte, selbst negieren? Dezitierte Aussage, meine Lieben!

Mit „Erwache“ lehnt Ihr ja an nationalsozialistisches Liedgut an. Das kriegt jeder per Google schnell raus. Auch diejenigen, die Geschichte in der Schule wegen Demonstrationen gegen Synagogen und Moscheen leider nicht besuchen konnten und es daher noch nicht kannten.

Was mir besondere Freude bereitet ist jedoch, dass aus dem Infinitiv „erwachen“ auch heute populär der Imperativ „erwachet“ verwendet wird. Und zwar von den womöglich arbeits-, aber offentlichtlich nicht beschäftigungslosen Zeugen Jehovas, die mit ihrer Zeitschrift „Erwachet“ an Ecken rumstehen, wo jeder vorbeiläuft, aber auch nur vorbei läuft.

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Auch wenn ich jetzt wirklich zugegebenermaßen den Faden verloren habe… Ees wird spaßig:

Sprachlich gesehen sind also die EnPeDe sehr dicht an den Zeugen Jehovas. Historisch gesehen ist die EnPeDe ein Ableger EnEsDeAaPe. Die Zeugen Jehova sind eine christliche Glaubensgemeinschaft, die mitunter als Sekte deklariert wird. Aber das ist noch nicht der Gag.

Der Gag ist vielmehr, dass Jehova der Name des christlich-jüdischen Gottes war. Und die EnEsDeAaPe und ihre anderen Stiefelträger eben die Juden weltweit umbringen wollten. Und nun plärren sie unter Verwendung der gleichen Vokabel eine, wie oben dargelegt, in sich unstimmige Parole.

Da sieht man mal, wie absolut dämlich diese Jungs einem erscheinen können, wenn man sprachlich und geschichtlich ein bißchen in der Schule aufgepasst hat.

Zurück zum Thema: Auf dem Vormarsch? Weiß ich nicht. In Anbetracht der Finanzkrise gibt es bestimmt ein paar weitere Spinner, die nun meinen, dass Ausländer ihnen die Jobs wegnehmen würden. Aber diese Stammtischparole zu widerlegen ist für Leser dieses Blogs nicht würdig.

Und jetzt Schluss für heute.