Archive for the ‘Internetsperren’ Category

Chinesische Mauer – Chinesische Firewall – Sich wiederholende Geschichte
Januar 13, 2010

Tja, wer hätte das gedacht? Auf dem 26C3, im Rahmen der Präsi “Zensur findet statt”, sprach Jens Kubieziel davon, dass China bald ein China-Intranet aufbauen wird um endlich ein sauberes Web für die Chinesen zu haben. Totale Kappung der Leitungen ans große, schmutzige und böse WWW  und jeder, der auch für Chinesen mit seiner Seite erreichbar sein möchte, muss einen Antrag auf White-Labeling bei der chinesischen Behörde für geregelte Informationsfreiheit (oder so ähnlich) stellen, um gefunden zu werden.

Und nun kam heute die Meldung, dass Google sich aus China zurückziehen wird. Baidu, die chinesische Suchmaschine, die der Autor eigentlich nur wegen der guten mp3-Suche kennt, hält den Großteil der Suchanfragen, Google kriegt nur 30 % ab. Und hatte schon mal einen auf den Deckel bekommen, weil Google zuviel Demokratie und solch verwerfliches Zeug zur Verfügung gestellt hat.

Blick in die Zukunft:

Was China anpackt klappt. Die chinesische Mauer erfüllte einst ihren Zweck. Das chinesische Intranet wird zeitweilig seinen Zweck erfüllen.

Lustig:

Im aktuellen SPON-Artikel zum Thema heißt es zum Schluss:

Am 21. Januar will Clinton nach Angaben eines Sprechers eine außenpolitische Initiative für ein freies Internet ohne staatliche Zensur starten. Die Politik richte sich gegen Länder, die den Zugang zu Informationen systematisch beschränken.

Hillarious, die Hillary. Lander, die Zugang zu Informationen systematisch beschränken? Selten so gelacht. Wikipedia – Zensur im Internet:

# Mails aus Teheran
Juni 29, 2009

(…) but believe it or not I was stuck in the demonstration last Wednesday. I wanted to go to a drugstore near our house to stay in place of the Doctor there, who is my friend. When I got there, I saw the demonstrators coming towards me and suddenly the guards started shooting in the air and throw teargas among them. I rushed into the drugstore and lots of demonstrators followed me into the drugstore. I thought if the guards follow them, they will take us all. So I told the technician there to close the drug store and asked the people to stay calm. There were wounded and beaten people among them. I started giving them bandages, masks and pain relieving ointments. There were more guards coming and they were singing loud a lead. The people stayed there for about half an hour until the things got cleared, then they left. I think the reason you are not getting updated pictures is because there are no more demonstrations because there are students here who are taking their entrance exam.

thanks for the TOR program, it worked!!!! LOVE U, take care,

Vereinzelt darf kann also wieder frei im Netz gesurft werden, dank dem Softwarepaket Tor-Browser, mit dem schon zu chinesisch-olympischen Zeiten Reporter frei im Netz surften. 😉

Iran & Internet & meine Verbindung
Juni 17, 2009

Derzeit geht im Iran nichts mehr ohne Internet. Via Twitter und anderen Social-Networks verabreden sich die Demonstranten, planen, und sind schneller als das Regime.

Ach ne. Wir schreiben 2009. In 2005 “traf” ich virtuell ein nettes Mädel aus der iranischen Hauptstadt,

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Liebe Musikindustrie…
Mai 14, 2009

möchtet Ihr Euch nicht endlich mal neu erfinden? Mittlerweile sollte bekannt sein, dass die 80er Jahre vorbei sind. Vorbei sind die Zeiten der großen CD-Verkäufe. Vorbei sind die Zeiten der großen LP-Verkäufe. MD hat sich nicht durchgesetzt und die Cassette ist auch nicht mehr up2date.

Schön längt hättet Ihr Euch neu erfinden können. Metallica hat es vorgemacht. Zwar hat seinerzeit der Drummer Lars Ulrich mit gewagten Aussagen bzgl. Tauschbörsennutzer viele Fans verprellt. Aber im zweiten Anlauf verfolgte Metallica die richtige Strategie. Es stand ein Album zum Verkauf, in dessen Booklet ein einmaliger Code enthalten war, womit sich der Käufer registrieren konnte und auf Online-Inhalte zugreifen konnte. Das macht Freude. Behind-the-scenes-stuff und solche Dinge, daran hat der User von heute auch Spaß.

Nun hat Frankreich am Dienstag dieses umstrittene Gesetz bzgl. der Netzsperre für Tauschbörsen-Wiederholungstätern erlassen (was höchstwahrscheinlich bald kassiert werden dürfte). Und gleich darauf schreit Dieter Gorny, der Vorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, nach einem gleichen Gesetz in Deutschland. Natürlich. Denn der Musikverkauf durch Läden ist seit Jahren Rückläufig.

In den Läden. Und online? Wo wir gerade beim Thema sind…

Das deutsche Online-Geschäft mit Musik ist im Jahr 2008 trotz der Wirtschaftskrise rasant gewachsen. «Im Onlinegeschäft rechnen wir mit einem Wachstum von 30 bis 40 Prozent. Besonders erfreulich ist, dass die Kunden auch online immer mehr Alben kaufen», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, Stefan Michalk. (Quelle)

Online geht es also steil nach vorne. Eigentlich nicht schlecht. Eigentlich doch super! 40% Wachstum. Hört Euch mal bei anderen Industrien um.

Dazu kommt, dass Ihr via Online-Vertrieb viele Kosten einspart. Es müssen keine CDs mehr gepresst werden, durch den CD-Verkauf in Geschäften müssen nicht Ladenmiete und Angestelltengehälter bezahlt werden. Nein! Einmal digitalisiert und online gestellt rollt der Rubel von ganz alleine. Ein bißchen Werbung via Viva und youtube, und schon geht es ab.

Übrigens, an den “genialen” Marketingaffen dieses Slogans:

“Raubkopie” gibt es begrifflich nicht im Strafgesetzbuch. Raub ist “Klauen mit Hauen”, oder “Diebstahl mittels Gewaltanwendung”. Gegenstand von Diebstahl kann nur eine “fremde bewegliche Sache” sein. Sache ist nach § 90 BGB nur ein körperlicher Gegenstand.

Eine mp3-Datei ist nicht körperlich… Tauschbörsennutzer sind meist nicht gewalttätig. Bla bla bla…

Und letztlich lest mal folgenden Strafgesetzbuchparagrafen:

§ 164
Falsche Verdächtigung

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.