Archive for the ‘Dumm’ Category

Jesus is just alright with me
August 16, 2009

Wenn man sich den Song von den Doobie Brothers, Jesus is just allright with me, ohne verstärkt auf den Inhalt des Textes zu achten anhört, werden wohl die meisten übereinstimmend sagen, dass es ein gut klingender und damit toller Song ist.

Wenn man sich aber mal den Text genauer ansieht, dann erkennt man, wie gefährlich dieser Song doch eigentlich ist. Im Grunde besteht dieser Text nur aus ganz geringen Kernpassagen, die von Gitarrenriffs untermalt wiederholt werden.

Jesus is just alright with me, jesus is just alright, oh yeah
Jesus is just alright with me, jesus is just alright

I dont care what they may say
I dont care what they may do
I dont care what they may say
Jesus is just alright, oh yeah
Jesus is just alright

Jesus is just alright with me, jesus is just alright, oh yeah
Jesus is just alright with me, jesus is just alright

I dont care what they may know
I dont care where they may go
I dont care what they may know
Jesus is just alright, oh yeah

Jesus, hes my friend; jesus, hes my friend
He took me by the hand; led me far from this land
Jesus, hes my friend

Jesus is just alright with me, jesus is just alright, oh yeah
Jesus is just alright with me, jesus is just alright

I dont care what they may say, I dont care what they may do
I dont care what they may say, jesus is just alright, oh yeah

Kann mich mal einer kneifen bitte? Möglichst mit einer hydraulischen Zange! Ganz feste und ganz schnell!

Ist das der Song für den Humanisten 2.0? “Jesus is super – andere Meinungen interessieren nicht”.

Hallo?!?

Und Christen behaupten ernsthaft, man müsse Angst vor Fundamentalisten haben? Wenn die Nicht-Christen die Christen zu diesem Song rumhüpfen sehen müssen die sich doch noch bestätigt in all ihren schrecklichen Vorhaben fühlen.

Das war mein Wort zum Sonntag. Schlaf schön und träume süß, christliches Abendland.

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Garmisch-Partenkirchen is fucked!
Juli 5, 2009

Die US-amerikanische Botschaft hat für Garmisch-Partenkirchen eine Reisewarnung herausgegeben. Ha ha ha! Witzig!

Für große Ansicht aufs Bild klicken oder hier und auch bei Spiegel-Online.

Sarah Palin for President?
Juli 3, 2009

Was ist denn heute Abend los? Die Nachrichten bieten soviel Futter – ich platze gleich.

Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport - sueddeutsche.de_1246656342365

Oh my motherfucking god! Ich erspare mir weitere Kommentare und lasse das youtube-video, welches als erstes auftaucht, für sich selber sprechen:

Ok, Sarah Palin dürfte für einige auf diesem Planeten eine MILF darstellen. Aber ganz ehrlich, viel mehr ist nicht dahinter. Nur das Aussehen ist nicht alles. Wie strohblöd trotz aller Schönheit eine einzelne Person sein kann hat Miss South Caroline 2007 bewiesen.

Sarah Palin vs. Barak Obama? Das ist unfair. Das wäre sogar unfair, wenn Barak Obama sich nicht auf dem Planeten aufhalten würde. Die gesunde Luft in Alaska scheint doch Nebenwirkungen zu haben… 😉

Mehrwertsteuererhöhung
Juni 25, 2009

Dieser ganze Quatsch wie Abwrackprämie und Konjukturpakete sowie natürlich auch die Bürgschaften für Banken und andere private Unternehmen muss ja irgendwie finanziert werden. Und der Staat kann schließlich auch kein Geld drucken. Kann er nicht? Nunja, der Staat hat zwar Zugriff auf die Bundesdruckerei, aber dann gäbe es ne Inflation gefolgt von finanzieller Kernschmelze. Und dann wäre wirklich Schicht im Schacht.

Und nun hieß es, dass CDU/CSU über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer nachdenke. Dazu nahm Ronald Pofalla gleich dementierend Stellung:

Es sei „absoluter Unsinn“, dass die Union entgegen allen Beteuerungen eine saftige Anhebung prüfe. „Derartige Überlegungen gibt es für die nächste Legislaturperiode definitiv nicht“, sagte Pofalla. „CDU und CSU werden die Menschen entlasten und nicht belasten.“  (Spiegel-Online)

Natürlich ist das Unsinn. Zumindest noch bis Oktober. Denn dann ist man, sofern die SPD nicht ein Wunder vollbringt, im September mehrheitlich mandatiert worden und auch stärkste Partei im Parlament. Und dann wird man von Roland oder jemand anderem etwas in der Art lesen können:

Die notwendigen Maßnahmen haben uns, und damit sind alle Menschen in der BRD gemeint, vor Schlimmeren bewahrt. Jetzt muss refinanziert werden. Die Mehrwertsteuer wird von jedem täglich entrichtet, so dass dies die fairste Art ist. Alle werden gleich behandelt. Im Übrigen gibt es in der EU auch Länder mit 25% Mehrwertsteuer.

So oder so ähnlich. Ab Oktober dann irgendwann.

Falls es so passiert einfach den oben verlinkten Artikel ausdrucken und bei Gelegenheit seinem Bundestagsabgeordneten um die Ohren pfeffern.

Besser mehr lesen!
Dezember 18, 2008

Mein Kampf hat seinerzeit auch keine Saun gelesen. Genau so wenig wie die Leute offensichtlich die Werke von Michael Lewis gelesen haben. So z.B. sein Werk „LIAR’S POKER„.

Dieses Buch beginnt mit den Worten…

IT WAS sometime early in 1986, the first year of the decline of my firm, Salomon Brothers. Our Chairman, John Gutfreund, left hos desk at the head of the trading floor and went for a walk. At any given moment on the trading floor billions of dollars were being risked by bond traders.

Salomon Brothers, da war doch was? Wikipedia:

Salomon Brothers wurde 1910 von Arthur, Herbert und Percy Salomon gegründet und war neben der Wall Street ansässig. In den 70ern war Salomon Brothers eine der weltgrößten Investmentbanken. In den 1980er Jahren entwickelte führte die Bank die ersten mit Immobilien besicherten Bonds (Mortgage Backed Securities) und führte diese in den Handel ein, worauf sie große wirtschaftliche Erfolge hatte. Diese Bonds sind die Produkte, die auch später erneut im Mittelpunkt der Finanzkrise 2007/2008 standen.

So, Finanzkrise 2007/2008 (und 2o09 usw.). Der Haufen mit den Milliarden brennt irgendwo immer noch lichterloh.

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Und das benannte Buch? Aus dem Jahre 1990. Es ist halt immer das gleiche Problem – die Leute lesen einfach viel zu wenig.

BKA Gesetz & Terrorismus
Dezember 4, 2008

Wolfgang Schäuble im Interview mit dem Tagesspiegel.

Im Zentrum der insgesamt massiven Kritik steht die Online-Durchsuchung. Insbesondere die Eilfallregelung, die eine Online-Durchsuchung auch ohne Richtergenehmigung ermöglicht, stößt auf rechtsstaatliche Bedenken. Gibt es hier nicht irgendeine denkbare praktische Lösung, die auch im Eilfall einen Richter einbindet?

Die Gegenfrage: Gibt es irgendein gesetzliches Ermittlungsinstrument, präventiv oder repressiv, das keine Eilfallregelung enthält? Es ist doch nichts anderes als die Schaffung einer Rechtsgrundlage, um unter ganz engen Voraussetzungen in Kommunikation eindringen zu können, wie wir es beim Post- und Telefongeheimnis seit Jahrzehnten haben. Auch dort gibt es aus gutem Grund Eilfallregelungen.

Fragen mit Gegenfragen zu beantworten ist besonders guter Stil. Das weiß jeder.

Wenn uns Innenminister, promovierter Jurist, von „unter ganz engen Voraussetzungen“ spricht dreht sich mir der Magen um.

Was bedeutet dies für die Praxis? Stellen wir dies zunächst an dem Beispiel der Hausdurchsuchung dar.

§ 105 Absatz 1 Satz 1 StPO

Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzug auch durch die Staatsanwaltschaft und ihre Ermittlungspersonen (§ 152 des Gerichtsverfassungs-gesetzes) angeordnet werden.

Man muss also zuerst den zuständigen Richter anrufen, ihm den Sachverhalt erklären, warum man jetzt ganz schnell in die Wohnung des Beschuldigten eindringen muss (Beweismittel sichern, etc). Dieser prüft dann im Wege der Subsumtion, ob die Voraussetzungen gegeben sind, welche ein staatliches Eingreifen in den Schutzbereich des Artikels 13 Grundgesetz vorliegen.

Und was passiert in vielen Fällen? Richtig, der Richter ist gerade auf dem Golfplatz/Klo/Urkundsbeamtin, und kann daher nicht ans Telefon gehen. In diesem Moment werden die Polizeibeamten nervös, schließlich haben sie Blut geleckt und wären liebsten schon längst in der Wohnung. Dann erinnern sie sich an das, was sie in ihrer Ausbildung gelernt haben, sagen „Hey Ho – Gefahr im Verzug – Let’s go!„. Und schon stehen diese „Subsumier-Maschinen im Forstgrün“ in der Wohnung. Im Nachhinein stellt sich mitunter raus, dass die Wohnungsdurchsuchung rechtswidrig war, denn auch die Förster müssen mindestens zwei Mal vergeblich versuchen, den Richter anzurufen. Oder dann eben, um ganz sicher zu gehen, den staatsanwaltschaftlichen Notdienst.

Nunja, am Ende hat man jedenfalls Dinge herausgefunden, obgleich man nicht die Wohnung hätte durchsuchen dürfen. Die Folgen für das Verfahren? Nemo tenetur se ipsum accusare und eben nicht die fruit of the poisonous tree.

Wenn Schäuble also sagt, dass es aus gutem Grunde Eilfallregelungen gibt, so hat er rein rechtlich gesehen Recht. Für die Praxis bleibt zu sagen, dass wir aus den oben genannten Gründen – gute Gründe! – glücklicherweise das Institut der Revision kennen.

Denn wir wird es am Ende laufen? Die BKA-Beamten lecken Blut und subsumieren schnell mal Gefahr im Verzug, etc etc, und dann haben wir den Salat.

Und natürlich alles nur im Rahmen des Krieges gegen den Terror.

So wie auch die unterschätzte Vorratsdatenspeicherung. Dank dieser EU-Richtline, die als Reaktion auf Anschläge von Madrid und die internationale, grenzüberschreitende Kriminalität  (=Terrorismus) verabschiedet wurde, werden nun auch in Deutschland Kommunikationsdaten für 6 Monate gespeichert.

Glücklicherweise hat das Bundesverfassungsgericht sich dazu auch geäußert.

Am 11. März 2008 hat das Bundesverfassungsgericht auf Antrag der acht Erstbeschwerdeführer das Gesetz zur Massenspeicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten per einstweiliger Anordnung stark eingeschränkt. Zwar wurde die Speicherpflicht für Kommunikationsunternehmen nicht ausgesetzt, die Verwendung der Daten durch Ermittlungsbehörden ist aber nur mit Genehmigung eines Ermittlungsrichters und im Zusammenhang mit schweren Straftaten möglich.

=Terrorismus.

Am 03.12.2008 berichtete die Berliner Zeitung wie folgt:

In 2 186 Ermittlungsverfahren haben Richter von Mai bis Juni dieses Jahres den Rückgriff auf die Verbindungsdaten von Telefonkunden und Internetnutzern angeordnet.

Das wären hochgerechnet 23 Zugriffe pro Tag! Haben wir wirklich so viel Terrorismus in diesem Land? Und wie hat man vorher den Terrorismus bekämpft?

Manchmal bekommt man den Eindruck, dass unser Staat uns so sehr beschützen will (löblich), dabei aber die Historie des Grundgesetzes verkennt. Als man seinerzeit, nach über 12 Jahren menschenverachtenden Terrors durch das Dritte Reich und einem Weltkrieg, der über 50 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, das Grundgesetz entwickelte, hatte man so einiges im Kopf, was man besser machen wolle. Dazu gehörte auch die Kodifizierung der Grundrechte, die als Abwehrrechte gegen den Staat gedacht waren.

Vor diesem Hintergrund sollte man behutsam mit dem Grundgesetz umgehen. Wie behutsam dieser Staat damit umgeht sieht man an diversen Änderungen. Zum Vergleich, die Urfassung des Artikel 13 umfasste 3 Absätze…

(1) Die Wohnung ist unverletzlich.

(2) Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzuge auch durch die in den Gesetzen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in der dort vorgeschriebenen Form durchgeführt werden.

(3) Eingriffe und Beschränkungen dürfen im übrigen nur zur Abwehr einer gemeinen Gefahr oder einer Lebensgefahr für einzelne Personen, auf Grund eines Gesetzes auch zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere zur Behebung der Raumnot, zur Bekämpfung von Seuchengefahr oder zum Schutze gefährdeter Jugendlicher vorgenommen werden.

…und heute sind es schon 7 Absätze…

(1) Die Wohnung ist unverletzlich.

(2) Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzuge auch durch die in den Gesetzen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in der dort vorgeschriebenen Form durchgeführt werden.

(3) Begründen bestimmte Tatsachen den Verdacht, daß jemand eine durch Gesetz einzeln bestimmte besonders schwere Straftat begangen hat, so dürfen zur Verfolgung der Tat auf Grund richterlicher Anordnung technische Mittel zur akustischen Überwachung von Wohnungen, in denen der Beschuldigte sich vermutlich aufhält, eingesetzt werden, wenn die Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise unverhältnismäßig erschwert oder aussichtslos wäre. Die Maßnahme ist zu befristen. Die Anordnung erfolgt durch einen mit drei Richtern besetzten Spruchkörper. Bei Gefahr im Verzuge kann sie auch durch einen einzelnen Richter getroffen werden.

(4) Zur Abwehr dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit, insbesondere einer gemeinen Gefahr oder einer Lebensgefahr, dürfen technische Mittel zur Überwachung von Wohnungen nur auf Grund richterlicher Anordnung eingesetzt werden. Bei Gefahr im Verzuge kann die Maßnahme auch durch eine andere gesetzlich bestimmte Stelle angeordnet werden; eine richterliche Entscheidung ist unverzüglich nachzuholen.

(5) Sind technische Mittel ausschließlich zum Schutze der bei einem Einsatz in Wohnungen tätigen Personen vorgesehen, kann die Maßnahme durch eine gesetzlich bestimmte Stelle angeordnet werden. Eine anderweitige Verwertung der hierbei erlangten Erkenntnisse ist nur zum Zwecke der Strafverfolgung oder der Gefahrenabwehr und nur zulässig, wenn zuvor die Rechtmäßigkeit der Maßnahme richterlich festgestellt ist; bei Gefahr im Verzuge ist die richterliche Entscheidung unverzüglich nachzuholen.

(6) Die Bundesregierung unterrichtet den Bundestag jährlich über den nach Absatz 3 sowie über den im Zuständigkeitsbereich des Bundes nach Absatz 4 und, soweit richterlich überprüfungsbedürftig, nach Absatz 5 erfolgten Einsatz technischer Mittel. Ein vom Bundestag gewähltes Gremium übt auf der Grundlage dieses Berichts die parlamentarische Kontrolle aus. Die Länder gewährleisten eine gleichwertige parlamentarische Kontrolle.

(7) Eingriffe und Beschränkungen dürfen im übrigen nur zur Abwehr einer gemeinen Gefahr oder einer Lebensgefahr für einzelne Personen, auf Grund eines Gesetzes auch zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere zur Behebung der Raumnot, zur Bekämpfung von Seuchengefahr oder zum Schutze gefährdeter Jugendlicher vorgenommen werden. 

Wenn das Regel-Ausnahme-Prinzip zur Regel wird kann man den Laden auch gleich dicht machen.

Terror (lat. Furcht, Schrecken) kann man meiner Meinung nach nicht durch Einschränkung der eigenen Rechte und Änderungen der Gesetze wirksam bekämpfen. Man wird vielleicht das ein oder andere Attentat verhindern können, vielleicht. Die Ursache für Terror bekämpft man damit jedoch nicht.

Wenn man sich die lateinische Bedeutung anschaut muss man sich wirklich überlegen, ob nicht der Terrorismus schon gewonnen hat. Furcht vor einem Attentat haben doch wohl die Wenigsten. Aber die Furcht vor unserem Staat, die wächst.

Terror vs. Freiheitsrecht = 1:0

Danke fürs Mitspielen.

Der Handkarren BRD
Dezember 1, 2008

«Es gibt für mich einen strukturellen Unterschied zwischen einer langfristig angelegten Steuerreform und Maßnahmen, die zu einer kurzfristigen Konjunkturbelebung führen können»
Quelle: sueddeutsche.de

Nach Merkel soll eine Steuerreform erst im Jahre 2010 kommen. Wobei sie damit nicht wirklich Visionärin ist. Vielmehr weiß sie es besser, was in diesem Land geht und was nicht. Das Warum kennt sie leider nicht, und wird es deshalb auch nicht ändern können.

Erinnern wir uns an Friedrich Merz. Der wollte im Jahr 2003 seine Bierdeckelsteuer einführen. Hat bekanntermaßen nicht geklappt.

Erinnern wir uns an Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Kirchhof. Er hatte für den letzten Wahlkampf ein Steuermodell entwickelt, dem viele positiv gegenüber eingestellt waren, was jedoch der damalige Kanzler Gerhard Schröder mit seiner verächtlich machenden Bezeichnung „Der Professor aus Heidelberg“ wieder gekippt hat.

Kirchhof hat darauf mit einem Buch reagiert. Titel:

Das Gesetz der Hydra:
Gebt den Bürgern ihren Staat zurück!

Die Analyse ist beängstigend: Einflussreiche Interessengruppen beherrschen unseren Staat. Eine wachsende Bürokratie und Regelungswut engen die Spielräume für politisches Handeln ein. Die Schulden erreichen jährlich neue Höchststände. Leistung wird bestraft, Besitz wird belohnt. Kurzum: Der Staat ist zu einer Hydra verkommen, einem vielköpfigen Ungeheuer, das unser Land fest im Griff hat. Mit unbestechlichem Blick beschreibt Paul Kirchhof, wie ein System deformiert wird, das geschaffen wurde, um den Menschen zu dienen. Vor allem aber zeigt er Wege auf, wie Politik und Wirtschaft wieder auf ihre Verantwortung für das Gemeinwohl verpflichtet werden können. Seine Botschaft: Deutschland hat eine Zukunft!
Quelle: Amazon-Kurzbeschreibung

Der Handkarren BRD steckt mittlerweile tief im dreckigen Treibsand. Das merkt jeder, der Zeitung liest oder auf sein „Netto vom Brutto“ am Ende des Monats guckt.

Und wie reagieren die, die etwas ändern könnten? Die einflussreichen Interessengruppen, Lobbyisten & Politiker darauf?

Eigentlich wäre zu wünschen, sie würden ihre Forderungspakete und Wunschpakete, die schon auf dem Handkarren BRD liegen, und die, die sie noch drauflegen wollen, zurücknehmen. So würde dieser Karren leichter, und man könnte ihn wieder aus dem Dreck ziehen.

brd2008

Aber leider ist es genau anders. Alle schieben weiterhin ihre Forderungen auf den kleinen versinkenden Karren.

Bleibt die Frage: Was kommt danach?

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Email-Signaturen & -Disclaimer
November 19, 2008

Oh ja, gerade trudelte wieder so eine endgeile Email ein. Inhalt war recht kurz, etwas wie „Alles klar!„, gefolgt von einer der grausigsten Signaturen, die ich seit langem gesehen habe.

Zuerst erkennbar das „Viele Grüße“ als Inhalt der Signatur. Damit auch der Leser merkt, wie faul der Absender ist. Kommt immer gut an.

In den Adress-Daten stand ein „Achtung # entfernen vor dem Versenden !“ vor einer verstümmelten Emailadresse wie zB george.bush@#whitehouse.gov. Dadurch möchte der Absender verhindern, dass seine Emailadresse auf dem Weg hin zu meiner Mailbox automatisiert abgefischt wird und er dann Spam bekommt. Das Problem: Seine Emailadresse steht eh in dem Header als Absender – die clevere Verwendung von # outet ihn daher als richtigen Dummie.

Aber es geht noch weiter.

Die E-Mail wurde auf Trojaner, Würmer und Viren geprüft ! | ¡El correo electrónico fue probado para troyanos, gusanos y virus! | The e-mail was tested for Trojans, worms and viruses!

Beruhigend. Und das gleich auf drei Sprachen. Will da jemand rumposen, dass er „una cerveza, por favor“ sagen kann?

Das schönste kommt aber auch hier zum Schluss.

Diese E-Mail enthält vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese E-Mail. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser E-Mail ist nicht gestattet.

Este correo electrónico contiene confidencial y / o proteger por la información de ley. Si usted no fuera el destinatario correcto o recibió este correo electrónico erróneamente, usted por favor informa al remitente
inmediatamente y lo destruye este correo electrónico. El prohibido hacer copias tanto como el pasar on de este correo electrónico no es admitidos.

This e-mail may contain confidential and/or privileged information. If you are not the intended recipient or have received this e-mail in error, please notify the sender immediately and destroy this e-mail. Any unauthorized
copying, disclosure or distribution of the material in this e-mail is strictly forbidden.

Hui, Sprachfuchs! Nochmal – Inhalt der Email war „Alles klar!„.

Aber gehen wir mal im Einzelnen auf den Inhalt dieses Disclaimers ein.

Diese E-Mail enthält vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen.

Ach? Vertrauliche Informationen werden per Email unverschlüsselt verschickt? Das ist schon dumm genug. Rechtlich geschützt ist auch dieser Blog, da bin ich nämlich der Urheber. Auch für ein „Alles klar!“ besteht des Verfassers Urheberschaft – zum Glück weist er darauf hin.

Aber es geht ja noch weiter. Und das wirklich gut.

Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind…

Weiß ich, ob ich der richtige Adressat bin? Wahrscheinlich erst, nachdem ich mich mühsam über den gesamten Text („Alles klar!„) gekämpft habe… Was ist das für eine Aussage? Dummheitsschutz? Nach dem Motto „Falls ich Ihnen fälschlicherweise aus eigener Blödheit die Restrukturierungspläne der Adam Opel GmbH geschickt habe, die total vertraulich sind, dann bitte bitte…„. What the fuck!

Ob diese Leute, die solche Disclaimer verwenden, entsprechende Sätze auch auf Postkarten oder Liebesbriefe schreiben?

Also weiter.

oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben

Wie soll das bitte gehen? Irrtümlich. Hä? Email ist elektronische Post, Internet, Computer, Einsen und Nullen, Binärcode eben.

bnc

Wobei es offensichtlich bei den Verfassern solcher Disclaimer weitaus mehr Nullen gibt als im Binärcode.

Ein Computer macht genau das, was man ihm eingibt.

Sender, Empfänger, Senden.

Irrtümlich? Irren ist eine Fehlvorstellung über Tatsachen. Wie soll dies bei einem Computerprozess passieren? Passiert Computern ständig, dass sie Einsen als Nullen wahrnehmen. Wie im echten Leben. Da werden Nullen als Einsen wahrgenommen.

Aber es geht noch weiter…

informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese E-Mail.

Jetzt soll ich auch noch anfangen zu arbeiten? Moment! Wir haben festgestellt, dass Computer nicht irrtümlich handeln. Sie führen nur die Eingaben der Null aus, die vor dem Bildschirm sitzt. Wenn nun diese Null mir eine Email schickt, die gar nicht für mich bestimmt ist, muss ich anfangen zu arbeiten? Ja geht´s noch?

Vernichten! Wie vernichtet man eine Email? Soll ich sie ausdrucken und dann auf dem Balkon zuerst mit Benzin übergießen und dann verbrennen? Was für ein Schwachsinn. Etwas vernichten, was übers Internet gerauscht ist… Träumer!

Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser E-Mail ist nicht gestattet.

Wer sagt das? Bin ich hierzu vertraglich verpflichtet? Wohl kaum.

Für die Vertiefung zur rechtlichen Bedeutung dieses Schundes kopiere ich mal aus Wikipedia.

Allerdings dürften solche E-Mail-Disclaimer nach überwiegender Ansicht unter Juristen unwirksam sein.

Die Unwirksamkeit begründet sich aus zwei Umständen: Einmal ist es sehr schwierig, einen Dritten dazu zu bringen, etwas zu vergessen. Zweitens würde es sich bei diesen Disclaimern nach überwiegender Ansicht um AGB handeln. Allerdings müssten die vor dem Öffnen der E-Mail dem Adressaten zugänglich gemacht worden sein, ansonsten sind sie kein Vertragsbestandteil. Meistens befinden sich solche Textabschnitte auch erst unterhalb des Inhaltes einer Nachricht, was jegliche rechtliche Relevanz ausschließt.

Zudem ist es äußerst fragwürdig, warum der Inhalt nicht verschlüsselt versendet wurde, wenn er einer entsprechenden Geheimhaltung unterliegen soll.

Selbst wenn viele Juristen der Ansicht sind, dass diese Scheiße eh unwirksam ist, hindert es doch viele Kanzleien nicht daran, dennoch diesen Kack an jedes Ende einer Email zu packen.

Die Juristen können es sogar noch weitaus hirnverdrehter. Unglaublich, hier ein wunderbares Beispiel für eine Signatur (oder auch End-Text) einer Email aus einer Kanzlei:

Der Inhalt dieser E-Mail ist ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Wenn Sie nicht der bezeichnete Adressat oder dessen Vertreter sein sollten, so beachten Sie bitte, dass jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser E-Mail nicht gestattet ist. Bitte setzen Sie sich in diesem Fall mit dem Absender der E-Mail in Verbindung und löschen Sie die erhaltene E-Mail bitte unverzüglich.

Ja wie? Da lese ich gemütlich und aufmerksam, weil ich eine Email erhalten habe, und am Ende beachte ich, dass dies gar nicht gestattet ist? Hier war eine ganz große Null am Werk.

Im Netz gibt es eine wunderbare Sammlung von 100 blödsinnigen Disclaimern, hier nachzulesen.

Was letztlich wirklich traurig ist, dass aus dem „Alles klar!„, mit der eine Email auf 4kb anwächst, durch all diesen Schrott 22kb geworden sind. Das ist bitter.

Daher die Bitte an alle, die dies lesen: Lasst Disclaimer in Emails weg. Sie sind a) unsinnig, b) unwirksam, c) unnötig und letztlich d) verpesten sie auch unnötig die Umwelt. Denn für den Transfer von 18kb zusätzlich muss auch Strom erzeugt werden.