Archive for the ‘Aus gegebenem Anlass’ Category

Gravenreuth ist tot
Februar 22, 2010

Letzte Nacht hat sich Günter Freiherr von Gravenreuth, ein das moderne Abmahnwesen mitbegründender Rechtsanwalt, das Leben genommen. Kurz vor dem Freitod schrieb er eine Abschiedsemail, Betreff “letzte Grüße in die Runde”, an Freunde und Bekannte.

Steffen Wernery, einer der Gründer des Chaos Computer Club, hat die Abschiedsmail von Gravenreuth erhalten. „Finanzprobleme, die nicht ausgestandene Strafsache, der Verdacht auf Krebs – letztlich aber schwere Beziehungsprobleme und der Entzug seines sozialen Umfeldes, sind laut seinen letzten Worten die Hintergründe“, so Wernery in einer E-Mail an Golem.de.

Tanja-Brief (Mädchen entfernt)Bekannt wurde Gravenreuth durch die sog. Tanja-Briefe. Ein kleines, 16jähriges, blondes Mädchen schrieb Computerspieler über Kontaktbörsen in Computerzeitschriften an, legte ein süßes Foto bei, jammerte, wie teuer doch das Hobby Computerspielen sei, und fragte nach Kopier-Partnerschaften. Der Computernerd, beeindruckt von dem Brief und vor allem dem Foto, biss meist sofort an und erhielt als Antwort auf seine Kopierbereitschaft einen Brief von Tanja Günter Freiherr von Gravenreuth und wurde gleich äußerst kostenpflichtig abgemahnt. Da kannte Tanja Günter Freiherr von Gravenreuth nichts.

Kurz darauf schloss er sich mit Bernhard Syndikus zusammen (bei dem Nachnamen Juristerei zu studieren liegt nahe). Syndikus hat maßgeblich die Forenhaftung in Deutschland mitentwickelt, und dies mit Hilfe der ehrwürdigen Hamburger Gerichte (Lustigerweise gibt es in den meisten Online-Rechtsfragen eine Hamburger Meinung, sowie eine andere Meinung aller anderer Gerichte). Neben der partnerschaftlichen Abmahnerei hat Syndikus auch im Dialer-Geschäft seine Finger gehabt.

Die beiden trennten sich dann irgendwann. Beide machten alleine weiter. Syndikus tauchte mal hier, mal da auf. Mitunter war er zwischendurch einmal der Admin-C entlicher frei gewordener Domains. Der Verdacht auf ein lukratives Domaingrabbing-Geschäft stand im Raume.

Gravenreuth erhielt seine erste Verurteilung wegen Urkundenfälschung in 60 Fällen im Jahr 2000. Damals “nur” eine Geldstrafe, die für Rechtsanwälte nicht weiter gefährlich ist. Dann kam noch eine weitere wegen Veruntreuung von Mandantengeldern.

gravenreuth.de - So sah seine Homepage aus

Der Gipfel der – öffentlichen – Geschichte ist meines Erachtens jedoch die Sache “Gravenreuth ./. taz.de”.

Irgendwann spielte irgendein Witzbold Gravenreuth und der taz.de einen miesen Streich. Jemand trug Gravenreuths Emailadresse in den Newsletter-Service der taz.de ein. Die taz.de bediente sich seinerzeit schon dem sog. Double Opt-In Verfahren, welches in Deutschland nach herrschender Meinung nicht als Spam zu klassifizieren ist. Nichts desto trotz freakte Gravenreuth total, als er die Anmelde-Email von der taz.de erhielt. Er erlies eine einstweilige Verfügung gegen die taz.de und gewann – was Deutschlands Juristen seinerzeit nicht nachvollziehen konnten. Aber Gravenreuth war auf dem Gebiet eben sehr sehr gut. Die taz.de beugte sich und Gravenreuth erhielt eine Schadensersatzsumme von 663,71 Euro zugesprochen. Diese Summe überwies die taz.de selbstverständlich unverzüglich, allerdings irgendwie unter dem falschen Zeichen. Entweder war es das gerichtliche Aktenzeichen und Gravenreuth erwartete Eingang unter seinem anwaltlichen Zeichen – oder umgekehrt. Parallel zu der Überweisung faxte die taz.de dem Gravenreuth auch eine Bestätigung, dass die Schuld beglichen sei. Aber da ging irgendwas schief. Vor allem bei Gravenreuth. Dieser freakte erneut und ließ kurzer Hand die Domain taz.de pfänden, um sie im Wege der Zwangsversteigerung zu Geld zu machen und seine Forderung zu befriedigen. Die taz.de insistierte und wies auf Überweisung und Fax hin – aber das juckte Gravenreuth wenig, er stritt den Erhalt von Fax und Geld ab. Kurz bevor die Zwangsvollstreckung begann erstattete die taz.de Anzeige gegen Gravenreuth wegen Betruges. Es fand eine Hausdurchsuchung – in den Kanzleiräumen von Gravenreuth – statt (Anmerkung: Rechtsanwälte sind Geheimnisträger – wenn es da zu einer Hausdurchsuchung kommt muss es schon richtig schief laufen!), und ich meine mich erinnern zu können, dass es damals im Rahmen der Hausdurchsuchung geheißen hat, dass es in der Kanzlei wie bei Hempels unterm Sofa ausgesehen haben soll. Das Fax, was Gravenreuth nicht gefunden hat, fanden die Polizisten. Und sie fanden auch den Kontoauszug, der den Eingang von 663,71 Euro belegte. Dies in Kombination anderer Verurteilungen führte zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 14 Monaten, die er sich vom Bundesgerichtshof Anfang Februar 2010 bestätigen lies.

Der Haftantritt wäre in dieser Woche gewesen. Laut den Zeitungsberichten wurde er am heutigen Tage, den 22.02.2010, nach Suizid mit einer scharfen Waffe, tot in München aufgefunden.

Über Tote soll man nicht schlecht sprechen:

Günter Freiherr von Gravenreuth war ein gewiefter Geschäftsmann und ein guter überzeugender Jurist, und als Kollege schätze seine juristischen Errungenschaften und Geschäftsmodelle keineswegs. Darüber hinaus erachte ich Suizid als selbstgerecht und äußerst feige. Gravenreuth erhält von mir kein Mitleid. Ich bedauere, dass er sich hasenfüßig seiner gerechten Strafe entzogen hat.

Mein Beileid gilt den Hinterbliebenen und Freunden.

Advertisements

Chinesische Mauer – Chinesische Firewall – Sich wiederholende Geschichte
Januar 13, 2010

Tja, wer hätte das gedacht? Auf dem 26C3, im Rahmen der Präsi “Zensur findet statt”, sprach Jens Kubieziel davon, dass China bald ein China-Intranet aufbauen wird um endlich ein sauberes Web für die Chinesen zu haben. Totale Kappung der Leitungen ans große, schmutzige und böse WWW  und jeder, der auch für Chinesen mit seiner Seite erreichbar sein möchte, muss einen Antrag auf White-Labeling bei der chinesischen Behörde für geregelte Informationsfreiheit (oder so ähnlich) stellen, um gefunden zu werden.

Und nun kam heute die Meldung, dass Google sich aus China zurückziehen wird. Baidu, die chinesische Suchmaschine, die der Autor eigentlich nur wegen der guten mp3-Suche kennt, hält den Großteil der Suchanfragen, Google kriegt nur 30 % ab. Und hatte schon mal einen auf den Deckel bekommen, weil Google zuviel Demokratie und solch verwerfliches Zeug zur Verfügung gestellt hat.

Blick in die Zukunft:

Was China anpackt klappt. Die chinesische Mauer erfüllte einst ihren Zweck. Das chinesische Intranet wird zeitweilig seinen Zweck erfüllen.

Lustig:

Im aktuellen SPON-Artikel zum Thema heißt es zum Schluss:

Am 21. Januar will Clinton nach Angaben eines Sprechers eine außenpolitische Initiative für ein freies Internet ohne staatliche Zensur starten. Die Politik richte sich gegen Länder, die den Zugang zu Informationen systematisch beschränken.

Hillarious, die Hillary. Lander, die Zugang zu Informationen systematisch beschränken? Selten so gelacht. Wikipedia – Zensur im Internet:

Heute schon GEkoZt?
Dezember 10, 2009

GEZ Abmeldung Hinweis

Diesen freundlichen Hinweis sieht man als erstes, wenn man auf der Homepage der GEZ nach einer Abmeldung umsieht. Beängstigend, nicht wahr?

Ist das nicht vielleicht sogar Erpressung?

Wer das liest soll doch Angst kriegen. Ganz klare Absicht.

Es geht mal wieder um die Erhöhung der GEZ-Gebühr auf 18€ für Handy und Computer – so die aktuellste Idee der GEZ, Geld in die Hütte zu kriegen.

(mehr …)

Post dreht durch
Oktober 28, 2009

Zunächst die übliche Warterei, dann, um 1,49 € für Briefumschläge zu bezahlen, stehe ich endlich an der Kasse.

Wir haben jetzt einen neuen Stromanbieter: Yellow Strom.

Na Glückwunsch! Ich möchte bitte diese Briefumschläge hier bezahlen.

Haben Sie mal überlegt zu wechseln?

Nein, ich möchte bitte jetzt diese Briefumschläge bezahlen.

Ja aber Sie können monatlich richtig Geld sparen.

Ich ziehe eh um, darf ich jetzt diese Briefumschläge bezahlen oder muss ich sie klauen?

Und so weiter.

Unglaublich, was die sich erlauben. Vor mir war ein netter kleiner Opi, dem er auch Yellow Strom andrehen wollte. Der war vollends überfordert.

Aber die Post kann noch mehr. Der gleiche Angestellte, vor ca. einem Jahr:

Hallo, ich hätte gern 10 Briefmarken zu 55 Cent.

<prüfender Blick, mein Alter schätzend>

Äh, Briefmar…?!?

Haben Sie eigentlich schon Ihre staatlichen Zuschüsse gesichert?

Wat? Ich möchte bitte  jetzt Briefmarken kauf…

Ja aber sie müssen sich doch Gedanken um die Altersvorsorge machen.

Wenn Sie mir jetzt ne Riester-Rente andrehen wollen… Das bringt bei mir nix, ich hab keinen Anspruch darauf weil ich Anwalt werde. Da ist nix mit Riester. Zurück zu den Briefma…

Warum nicht?

Weil Anwälte selbstständig sind und da keinen Anspruch drauf haben. 10 Brie…

Na dann werden Sie doch Richter!

Ich stelle meinen Plan um damit Sie mir Ihre scheiß Riester-Rente verticken können? Nix da. 10 Briefmarken zu 55 Cent.

Liebe Post!
Verkauft Briefmarken, Briefumschläge und nehmt Päckchen entgegen. Aber werdet jetzt nicht zum Kramschladen. Das passt nicht in Euer Konzept. Dafür muss man einen funktionierenden Ladenbetrieb haben, der schnell arbeitet und schnell auf die Kunden eingehen kann. Sonst geht das nicht. Und deswegen geht das bei Euch nicht.

Reaktionen: Michael Jackson †
Juni 26, 2009

Gestern ist Michael Jackson überraschend verstorben. Die Medien und das Internet drehen durch. Bei Twitter hat Michael Jackson zeitweilig sogar die Vorgänge im Iran verdrängt. Mittlerweile sind diese jedoch auch wieder unter den “Trending topics”.

(Jeff Goldblum soll gerüchteweise verstorben sein, was jedoch dementiert wurde.)

Und es reagieren natürlich alle auf den Tod des King of Pop. Twitternde Celebrities werden zitiert, so zB. Arnold Schwarzenegger:

Gov. Schwarzenegger (Schwarzenegger) on Twitter_1246007528030

Mr. Shizzledizzle Snoop Dogg hat es sich mit Rauchwaren vor seinem Computer gemütlich gemacht, Songs von MJ gespielt, getanzt, gesungen…

…und den Film ins Netz gestellt. Sehenswert, irgendwie.

Und zig andere Reaktionen, die man hier nicht aufzählen muss.

Allerdings ist mir eine Äußerung besonders aufgefallen:

Das debile Botox-Huhn Celine Dion, hauptsächlich bekannt durch den Titanic-Song, gab bekannt:

Schau an! Die kleine Celine. JFK wurde am 12.11.1963 erschossen.

Aha. Miss Dion, wie genau haben Sie in Ihrer frühen Jugend die Ermordung JFKs mitbekommen? Antwort: Gar nicht.

Ich bin zuversichtlich, dass sich noch weitere Promis zu ähnlich bescheuerten und bedeutungsgeschwängerten Äußerungen hinreißen lassen werden. Hey, schließlich ist der King of Pop gestorben! Eine gute Gelegenheit sich mit einem Kommentar mal wieder auf die Flimmerkisten zu beamen.

Liebe Musikindustrie…
Mai 14, 2009

möchtet Ihr Euch nicht endlich mal neu erfinden? Mittlerweile sollte bekannt sein, dass die 80er Jahre vorbei sind. Vorbei sind die Zeiten der großen CD-Verkäufe. Vorbei sind die Zeiten der großen LP-Verkäufe. MD hat sich nicht durchgesetzt und die Cassette ist auch nicht mehr up2date.

Schön längt hättet Ihr Euch neu erfinden können. Metallica hat es vorgemacht. Zwar hat seinerzeit der Drummer Lars Ulrich mit gewagten Aussagen bzgl. Tauschbörsennutzer viele Fans verprellt. Aber im zweiten Anlauf verfolgte Metallica die richtige Strategie. Es stand ein Album zum Verkauf, in dessen Booklet ein einmaliger Code enthalten war, womit sich der Käufer registrieren konnte und auf Online-Inhalte zugreifen konnte. Das macht Freude. Behind-the-scenes-stuff und solche Dinge, daran hat der User von heute auch Spaß.

Nun hat Frankreich am Dienstag dieses umstrittene Gesetz bzgl. der Netzsperre für Tauschbörsen-Wiederholungstätern erlassen (was höchstwahrscheinlich bald kassiert werden dürfte). Und gleich darauf schreit Dieter Gorny, der Vorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, nach einem gleichen Gesetz in Deutschland. Natürlich. Denn der Musikverkauf durch Läden ist seit Jahren Rückläufig.

In den Läden. Und online? Wo wir gerade beim Thema sind…

Das deutsche Online-Geschäft mit Musik ist im Jahr 2008 trotz der Wirtschaftskrise rasant gewachsen. «Im Onlinegeschäft rechnen wir mit einem Wachstum von 30 bis 40 Prozent. Besonders erfreulich ist, dass die Kunden auch online immer mehr Alben kaufen», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, Stefan Michalk. (Quelle)

Online geht es also steil nach vorne. Eigentlich nicht schlecht. Eigentlich doch super! 40% Wachstum. Hört Euch mal bei anderen Industrien um.

Dazu kommt, dass Ihr via Online-Vertrieb viele Kosten einspart. Es müssen keine CDs mehr gepresst werden, durch den CD-Verkauf in Geschäften müssen nicht Ladenmiete und Angestelltengehälter bezahlt werden. Nein! Einmal digitalisiert und online gestellt rollt der Rubel von ganz alleine. Ein bißchen Werbung via Viva und youtube, und schon geht es ab.

Übrigens, an den “genialen” Marketingaffen dieses Slogans:

“Raubkopie” gibt es begrifflich nicht im Strafgesetzbuch. Raub ist “Klauen mit Hauen”, oder “Diebstahl mittels Gewaltanwendung”. Gegenstand von Diebstahl kann nur eine “fremde bewegliche Sache” sein. Sache ist nach § 90 BGB nur ein körperlicher Gegenstand.

Eine mp3-Datei ist nicht körperlich… Tauschbörsennutzer sind meist nicht gewalttätig. Bla bla bla…

Und letztlich lest mal folgenden Strafgesetzbuchparagrafen:

§ 164
Falsche Verdächtigung

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.

Berichterstattung & HIV
April 15, 2009

boygroup

Oder aus dem Bereich Girlgroup, hier Lucy der No Angels:

lgakc lgakckl

Die Meldungen überschlagen sich derzeit. Ihr Eintrag bei Wikipedia wurde vorerst gesperrt…

editwar

…und nun ballert es eine

Einstweilige Verfügung gegen BILD im Fall Nadja Benaissa [Link]

…oder anders ausgedrückt…

Landgericht verbietet "Bild-Zeitung" Berichterstattung über "No Angels"-Fall [Link]

Aber die große Zeitung mit den 4 Buchstaben wäre nicht sie selbst, wenn sie ungeachtet einfach weiter machen würde. Hier ein Screenshot, von 16:23 Uhr.

bildnb

Sowas kann nur Bild…

…unter Androhung von Ordnungsgeld bis zu 250.000,00 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, untersagt, weiter über ein "gegen die Antragstellerin eingeleitetes Ermittlungsverfahren wegen schwerer Körperverletzung und/oder den Gegenstand der Untersuchungshaft zu berichten." 

Vielleicht sollte man die Summe des Ordnungsgeldes überdenken. Gewisse Presseschlachtschiffe interessieren sich nicht wirklich für 250.000 €, so scheint es zumindest.

Brot und Spiele
April 2, 2009

Brot und Spiele, dass ist es, was Bundesbürger in der BRD vom Staat bekommen.

Wir werden gut unterhalten, aber verlassen können wir uns auf nichts mehr. Dieser Rechtsstaat geht den Bach runter. Das, was die Urväter des Grundgesetzes, die 12 jahre nationalsozialistischen Staatsterror mit Gstapo und all dem Greuel noch frisch in Erinnerung hatten, seinerzeit mit der Einführung der Grundrechte und der Systematik bezweckten, wird mehr und mehr mit Füßen getreten, wobei nicht im wahrsten Sinne des Wortes, obgleich zumindest der damalige Bundesinnenminister Otto Schily noch zutreten konnte.

Und nun werde ich wieder sachlicher. Es werden in diesem Land Gesetze unter dem Deckmantel von XY geändert bzw. eingeführt, um sie anschließend auf A-Z anzuwenden. So droht bereits die Vorratsdatenspeicherung, die zunächst zur Abwehr des internationalen Terrorismus gedacht war, nunmehr auf das allgemeine Strafrecht vollends angewandt zu werden. Wer dies nicht glaubt möge in 2-3 Jahren erneut die Situation betrachten.

Aber noch schöner, und ausschlaggebend für diesen Beitrag, finde ich die Meldung der Frankfurter Rundschau von heute:

Bundeskriminalamt
Rasterfahndung mit Telekom-Kundendaten

Die Deutsche Telekom habe dem Bundeskriminalamt (BKA) nach dem 11. September 2001 ohne ersichtliche Rechtsgrundlage Millionen von Kundendaten für groß angelegte Rasterfahndungen bereitgestellt, berichten gut informierte Konzernkreise der FR. Dabei sei es jedoch nicht um die Suche nach bestimmten Straftätern oder konkrete Gefahren gegangen, sondern um eine umfassende Durchrasterung von nahezu allen Kunden-Datenbeständen der Telekom, berichten Zeugen.

(…)

„Deshalb ist uns auch der Schutz personenbezogener Daten während aller Geschäftsprozesse sehr wichtig.“ Doch es gibt Zweifel daran, ob diese Grundsätze eingehalten wurden.

(…)

Lange gingen Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz in der Telekom ein und aus, beklagen die Insider. Informationen würden oft auf dem kleinen Dienstweg beschafft – ohne schriftliche Verfügungen oder Richter-Beschlüsse.

(…)

Quelle: Frankfurter Rundschau

Ich lege den vollständigen Artikel jedem wärmstens ans Herz, der bislang mit der Einstellung “sollen Sie ruhig – ich habe doch nichts zu verbergen” durch diese Bananenrepublik gestiefelt ist. Es wurden und werden Grundrechte mit Füßen getreten, und das nicht erst seit vorgestern.

Aber was rege ich mich auf. Bringt ja alles nichts. Sollen die ruhig mal machen, ich bin ja kein Terrorist.

Daher schmiere ich mir jetzt ein Brot und sehe mir ein Spiel an. Aber ich könnte gar nicht soviel Brot essen, wie ich gerade kotzen könnte.

Mediennutte Bild lügt für Klicks
März 30, 2009

30. März, 12:09 Uhr, Bild titelt:

bild_mehdorn

Und im Artikel selbst heißt es dann:

Ist das der letzte Arbeitstag von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn?

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Koalitionskreise, dass er noch heute im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zurücktreten wird.

Die für 11.30 Uhr anberaumte Bundes-Pressekonferenz mit Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin wurde zunächst verschoben. Wie es hieß, wollte Wilhelm die zur selben Stunde andauernde Bilanz-Presse-Konferenz der Deutschen Bahn AG mit Konzern-Chef Mehdorn abwarten. Diese dauert an.

Dauert an. Aha. Somit ist es noch nicht klar, ob Mehdorn tatsächlich zurücktritt. Die Wahl des Indikativs “tritt zurück” ist somit journalistischer Schrott, vielmehr eine Lüge. Richtiger wäre vielmehr, unter Verwendung von Konjunktiv Futur 1, “er wird gehen”, ein “Bild vermutet” oder “Die Hinweise verdichten sich” vorangestellt.

Aber damit generiert man keine Klicks. Und nur durch Klicks trägt sich das Portal Bild.de.

Schönes Beispiel, wie mit einer Unwahrheit Geld verdient wird. Alles unter dem Deckmantel der Pressefreiheit. Schön!

72 Jungfrauen – Reloaded
März 2, 2009

So endet das zweite Video… Er hat es wieder getan. Bekkay Harrach, der deutschsprachige Al Quaida Terrorist, der uns schon vor einem Monat versprochen hat, seinem seit 1993 bestehenden Wunsch endlich nachzukommen und sich für Allah in die Luft zu sprengen, hat seinem ersten Video nun einen drauf gesetzt.

Und es ist auch bei Youtube zu finden. In 5 Teilen, zu je ca. 10 Minuten.

Mir hat ja persönlich das erste Video besser gefallen. Denn mehr, als man auf diesem Screenshot sieht, passiert in dem “Reloaded” Video nicht. Der Hintergrund ist animiert, in den Untertiteln läuft der deutsche Text offensichtlich synchron.

Da war der gute Bekkay doch einfallsreicher im ersten Teil. Da gab es mehr fürs Auge. Hier ein kleiner Ausschnitt, in Bildern, und ich hoffe sehr, dass ich jetzt nicht von Al Quaida wegen Urheberrechtsverstoßes abgemahnt werde.

Im dritten Abschnitt des zweiten Videos erklärt uns Abu Blabla, wie er so schön hier bezeichnet wurde,  dann groß und breit das Zinsverbotsystem des Korans, mit einigen, wenn auch bestimmt nicht abschließenden Beispielen, und schließt mit dem Satz:

Und nur so kann das ganze Leben funktionieren: Ordnung und Vernunft.

Ordnung und Vernunft. Ist das auch der Maßstab, an dem sich die Moslems messen lassen müssen, die während des Ramadans (dem Fastenmonat, in dem man bekanntermaßen als gläubiger Moselm nur Essen darf, wenn die Sonne nicht scheint) an die Orte der Erde fahren, wo die Tage extrem kurz und die Nächte dementsprechend länger sind?

Derweil ich diesen Artikel tippe lasse ich mich zeitgleich von dem Reloaded-Video inspirieren – was zugegebenermaßen schwierig ist. Denn ich raffe es nicht. Dieses debile Geschwafel ist wirklich nichts für mich.

Ungern verweise ich auf die Bildzeitung, aber ich tue es trotzdem.

Internet-Terrorist Bekkay Harrach ist bin Ladens deutscher Terrorist - Bild.de_1236020778347

Besser hat mir aber das folgende Bild gefallen – was mich übrigens nach etwa 80 Minuten Bekkay pur (Teil 1 und Teil 2) nicht im geringsten überrascht.

Internet-Terrorist Bekkay Harrach ist bin Ladens deutscher Terrorist - Bild.de_1236020755652 

Und weil es so schön war, als Schlusswort erneut, mit freundlichen Grüßen in die Steinwüste zwischen Pakistan und Afghanistan: