Archive for Mai 2009

Liebe Musikindustrie…
Mai 14, 2009

möchtet Ihr Euch nicht endlich mal neu erfinden? Mittlerweile sollte bekannt sein, dass die 80er Jahre vorbei sind. Vorbei sind die Zeiten der großen CD-Verkäufe. Vorbei sind die Zeiten der großen LP-Verkäufe. MD hat sich nicht durchgesetzt und die Cassette ist auch nicht mehr up2date.

Schön längt hättet Ihr Euch neu erfinden können. Metallica hat es vorgemacht. Zwar hat seinerzeit der Drummer Lars Ulrich mit gewagten Aussagen bzgl. Tauschbörsennutzer viele Fans verprellt. Aber im zweiten Anlauf verfolgte Metallica die richtige Strategie. Es stand ein Album zum Verkauf, in dessen Booklet ein einmaliger Code enthalten war, womit sich der Käufer registrieren konnte und auf Online-Inhalte zugreifen konnte. Das macht Freude. Behind-the-scenes-stuff und solche Dinge, daran hat der User von heute auch Spaß.

Nun hat Frankreich am Dienstag dieses umstrittene Gesetz bzgl. der Netzsperre für Tauschbörsen-Wiederholungstätern erlassen (was höchstwahrscheinlich bald kassiert werden dürfte). Und gleich darauf schreit Dieter Gorny, der Vorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, nach einem gleichen Gesetz in Deutschland. Natürlich. Denn der Musikverkauf durch Läden ist seit Jahren Rückläufig.

In den Läden. Und online? Wo wir gerade beim Thema sind…

Das deutsche Online-Geschäft mit Musik ist im Jahr 2008 trotz der Wirtschaftskrise rasant gewachsen. «Im Onlinegeschäft rechnen wir mit einem Wachstum von 30 bis 40 Prozent. Besonders erfreulich ist, dass die Kunden auch online immer mehr Alben kaufen», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, Stefan Michalk. (Quelle)

Online geht es also steil nach vorne. Eigentlich nicht schlecht. Eigentlich doch super! 40% Wachstum. Hört Euch mal bei anderen Industrien um.

Dazu kommt, dass Ihr via Online-Vertrieb viele Kosten einspart. Es müssen keine CDs mehr gepresst werden, durch den CD-Verkauf in Geschäften müssen nicht Ladenmiete und Angestelltengehälter bezahlt werden. Nein! Einmal digitalisiert und online gestellt rollt der Rubel von ganz alleine. Ein bißchen Werbung via Viva und youtube, und schon geht es ab.

Übrigens, an den “genialen” Marketingaffen dieses Slogans:

“Raubkopie” gibt es begrifflich nicht im Strafgesetzbuch. Raub ist “Klauen mit Hauen”, oder “Diebstahl mittels Gewaltanwendung”. Gegenstand von Diebstahl kann nur eine “fremde bewegliche Sache” sein. Sache ist nach § 90 BGB nur ein körperlicher Gegenstand.

Eine mp3-Datei ist nicht körperlich… Tauschbörsennutzer sind meist nicht gewalttätig. Bla bla bla…

Und letztlich lest mal folgenden Strafgesetzbuchparagrafen:

§ 164
Falsche Verdächtigung

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.

Nicht vergessen
Mai 12, 2009

Titanic-Magazin am 12.05.2009

DAU-Babysitting?
Mai 11, 2009

Ich würde mich selbst schon ein bißchen als Computer-Nerd bezeichnen. Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung…

Viele, die wenig bis keine Ahnung von Computern und IT haben, mögen denken, dass dies eine besondere Gabe ist. Und mitunter bewundernswert, dass man viele Dinge, die zwischen dem Bildschirm und dem WorldWideWeb geschehen, vollständig versteht, Computerprobleme lösen kann, etc etc.

Aber es kann auch ein Fluch sein. Und zwar dann, wenn dies ein DAU (Netzjargon für: Dümmster anzunehmender User) von dieser Nerd-Eigenschaft Wind bekommt und dann in der Folge  sein eigenes Gehirn vollständig ausschaltet, sobald er mit einem Problem konfrontiert ist und dann ständig wegen irgendeiner Scheiße beim Nerd anruft.

Ich habe bedauernswerterweise genau so einen DAU im Bekanntenkreis.Ein ganz besonders Exemplar. Das ist so einer, der, möchte er eine Email löschen, diese ausdruckt und dann vehement in den Papierkorb wirft. 😉

Letzte Woche kam dieser Anruf:

“Da ist jetzt das Antivirusprogramm aufgegangen. Auf dem USB-Stick von einem Kollegen ist ein Virus, und der ist jetzt auf meinem Computer. Entfernen? Quarantäne? Reparieren?”

Och komm! Das weißt Du doch. Die Nachrichten sind voll von Schweinegrippe. Und was machen die damit? Sie packen die Leute in Quarantäne und versuchen das Virus aus dem Körper zu entfernen. Mach das gleiche auf Deinem blöden PC und denk vorher nach.”

Aber es kam noch besser. Heute, übrigens ohne das eigentlich angebrachte “Hallo, wie gehts” vorab schoss er gleich los:

Du, die Uni Köln bietet jetzt wieder so einen VPN-Zugang an…

(Da hätte ich schon auflegen sollen! DAUs und VPN passen einfach nicht zusammen. Kleinkinder sollten auch keine Rennwagen fahren…)

“Da auf der Seite steht Daun-loood und Installationsanleitung. Ich hab das jetzt mal daun-ge-loooded und installiert und so. Aber das funktioniert nicht. Warum?”

(Warum? Was für eine geile Frage. Es gibt bei Computern, wenn etwas nicht funktioniert, ungefähr eine Trilliarde möglicher Gründe… Aber so ein Nerd stellt für einen DAU eben eine Gottheit dar, die allwissend ist, und die man mit einem “Warum?” einfach mal konfrontieren sollte, so nach dem Motto “Du weißt doch sonst immer alles.”)

“Ok, hast Du denn die Installationsanleitung gelesen?”

“Wie jetzt?”

(Ok, ruhig bleiben! Nur nicht aufregen.)

“Na Du sagtest doch gerade, da steht was von Download und Installationsanleitung, oder?”

“Ja.”

“Aha. Und?”

“Wie und?

(Komm, bleib jetzt ruhig, Du schaffst das. Er ist nur ein DAU, noch klein und unerfahren. Hilf ihm, sich selbst zu helfen, und wimmel ihn schnellstens ab!)

“Na vielleicht liest Du Dir das mal durch. Ich weiß es bestimmt nicht auswendig. Glaubst Du etwa ich würde es Dir vorlesen?”

Das ist die wörtliche Wiedergabe dieses Telefonates – kein Scherz!

An alle DAUs dieser Nation:

  • Denkt nach!
  • Unsere Zeit ist mindestens so kostbar wie die Eure.
  • Wenn es eine Installationsanleitung gibt, lest sie!
  • Wenn der PC muckt, startet ihn erst mal neu!
  • Denkt nach!
  • Antivirusprogramme geben gute Vorschläge. Mitdenken!
  • Der Computer ist nicht blöd. Der Computer ist nur ein Ding. Meist befindet sich das Computerproblem ca. 40cm vor dem Bildschirm.
  • Wenn Ihr etwas nicht versteht, dann macht das, was auch wir Nerds tun:

So long!

Paintball & Laserdome verbieten?
Mai 7, 2009

Richtige Entscheidung. Sämtliche Schulmassaker wurden mit diesen Mannschaftssportarten geprobt.

Wir werden von Deppen regiert, schon mal aufgefallen? Deppen, die übrigens ganz billigen Wahlkampf machen. Denn der EuGH hat schon im Jahre 2004 oder so entschieden, dass deutsche Kommunen Laserdomes verbieten dürfen. Aber den Joker zog man vorerst nicht. Erst jetzt, denn es ist Wahlkampf! Jaaa, und Schweinegrippe und Laserdome und Netzsperren zum Verbot von Kinderpornografie, das sind alles Themen, die viel einfacher zu verstehen sind als die Finanzkrise, und irgendwie muss das Stimmvieh ja bei Laune gehalten werden.

Aua aua aua.

Drachen
Mai 5, 2009

Posted by ShoZu

Und Gott sah, dass es gut war.
Mai 3, 2009

So lautet der wiederkehrende Satz der Schöpfungsgeschichte nach Genesis 1.1. Die Schöpfungsgeschichte schließt mit dem Satz:

Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.

Woraus im Volksmund die Kurzform

Am siebten Tage sollst Du ruhen.

entstand. Diesen Satz habe ich bislang auch sehr gern und häufig zitiert. Bislang! Ich habe soeben in einer Email eines Bekannten  einen kurzen, aber sehr weisen Satz gelesen:

Fortunately, God was kind enough to relax on the seventh day. If later, could not imagine how life would be … 🙂

Ein sehr interessanter Denkansatz. Einfach mal sacken lassen. Wie wäre wohl die Welt, wenn er sich am siebten Tage nicht auf die faule Haut gelegen hätte.